—Prostitution—
entsprechen 2 %
des jährlichen
deutschen BIP
Frauen sind das Material, aus dem diese Industrie ihren Profit zieht – und diese Industrie trägt 2 % zum deutschen BIP bei. Deutschland ist bekannt für sein Bier und das Oktoberfest. Doch die Prostitution bringt dem Land zwei- bis siebenmal so viel ein wie die gesamte Brauwirtschaft. Sie übertrifft damit die Landwirtschaft (45 Mrd. €, 1,00 %), die Brauwirtschaft (14 Mrd. €, 0,32 %), das Glücksspiel (15 Mrd. €, 0,34 %) und die Tabakindustrie (11 Mrd. €, 0,25 %).
Quelle: Destatis – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
1. Das Gesetz von 2002 (Prostitutionsgesetz)
Hier liegt der Wendepunkt. Deutschland hat die Prostitution weitgehend legalisiert – angeblich, um Frauen durch Arbeitsrechte zu schützen. Eingetreten ist das Gegenteil: Es entstand einer der größten und billigsten Prostitutionsmärkte Europas, international bekannt als das „Bordell Europas“. Die Preise verfielen, die Nachfrage explodierte, und das Angebot wurde vor allem durch Frauen aus Osteuropa gedeckt.
2. Armut und Migration treiben das Angebot
Behörden schätzen, dass in Deutschland zwischen 250.000 und 400.000 Frauen prostituiert werden, von denen weniger als 10 % offiziell angemeldet sind. Die große Mehrheit sind Migrantinnen aus Rumänien, Bulgarien und Ungarn, die in extremer wirtschaftlicher Not nach Deutschland kommen. Das ist keine freie Entscheidung. Es ist der einzige Ausweg, den das massive Lohngefälle zwischen ihren Herkunftsländern und Deutschland ihnen lässt.
Quellen: web.de – Zahlen und Fakten zur Prostitution in Deutschland · Destatis – Prostituiertenschutz
3. Die niedrigsten Preise Europas
Deutschland gilt international als eines der billigsten Länder für käuflichen Sex. Auf dem Straßenstrich beginnen die Preise bei 5 bis 10 Euro und liegen nur selten über 30 Euro. In Bordellen beträgt der Verdienst pro Freier im Schnitt 50 bis 60 Euro für 30 Minuten – wobei etwa die Hälfte davon an Betreiber und Zuhälter geht. Diese Preise sind nur möglich, weil die Frauen keine echten Alternativen haben.
Quellen: Die Unsichtbaren Männer – Preise in der deutschen Prostitution · ZDF – Billigware Sex: Ausgebeutet für 30 Euro
4. Gewalt als Normalzustand
Wer sich in der Prostitution befindet, erlebt Gewalt nicht als Ausnahme, sondern als strukturellen Bestandteil des Alltags. Studien dokumentieren das eindeutig: 68 % der prostituierten Frauen erfüllen die diagnostischen Kriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) – vergleichbar mit Kriegsveteranen und Folteropfern. Bei deutschen Studien zeigen sich ähnliche Werte.
Die Gewalt ist vielfältig: körperliche Übergriffe durch Freier und Zuhälter, sexuelle Gewalt jenseits des „Vertrags“, psychischer Druck, Drohungen, Erniedrigung, Erpressung über den Aufenthaltsstatus. Über 80 % der Frauen in der Prostitution berichten von körperlicher Gewalt während ihrer Tätigkeit. Mehr als die Hälfte hat Vergewaltigungen außerhalb des bezahlten Aktes erlebt.
Hinzu kommt die Gewalt vor dem Einstieg: Eine deutliche Mehrheit der prostituierten Frauen wurde in Kindheit oder Jugend sexuell missbraucht. Die Prostitution ist für viele keine „Wahl“, sondern die Fortsetzung einer bereits eingeschriebenen Geschichte männlicher Gewalt – verwertet von einer Industrie, die diese Vorgeschichte als Eintrittsbedingung nutzt.
Das Prostitutionsgesetz von 2002 hat diese Gewaltrealität nicht beendet. Es hat sie unsichtbar gemacht, indem es sie als „Beruf“ rahmte. Was als Schutz angekündigt wurde, ist in der Praxis zur Legitimation der Ausbeutung geworden.
Quellen: Hanns-Seidel-Stiftung – Frauenhandel und Trauma · Trauma and Prostitution – Farley (2003), Zumbeck (2001)
5. Die Gesellschaft weiß es – und schaut weg.
75 % der deutschen Frauen und 68 % der Männer sind überzeugt, dass prostituierte Frauen dazu gezwungen werden. 63 % der Frauen und 54 % der Männer glauben, dass sie von ihren Freiern regelmäßig gedemütigt werden. Die Mehrheit weiß, was geschieht. Doch der rechtliche Rahmen legitimiert es – und die Politik schaut weg.
Quellen: Statista – Gemeldete Prostituierte in Deutschland · Destatis – Pressemitteilung Prostituiertenschutz 2024
nach Sektor
Nur ~8 % der prostituierten Frauen in Deutschland sind offiziell registriert.
Destatis: ~14 Mrd. € — Mittelwert: ~80 Mrd. € (400.000 Frauen, 1,2 Mio. Kunden täglich).
2020: COVID-Einbruch durch Bordellschließungen.
Auf Grundlage einer eigenen Hochrechnung von RadFem Berlin – ausgehend von 400.000 prostituierten Frauen, ~1,2 Mio. Kunden täglich und durchschnittlichen Preisen von 50-60 € pro Akt – ergibt sich eine geschätzte jährliche Wertschöpfung von 80-150 Milliarden Euro.
